Die
Speaker

Pränatale Prägungen und die Bedeutung des Bondings

SPANNENDES PROGRAMM VON 09:45 - 17:00 UHR

Es ist uns gelungen, hochkarätige WissenschaftlerInnen zu engagieren, die uns in einer vielfältigen Weise hinter den Vorhang des Sichtbaren blicken lassen. Auch der Anteil an Erfahrungen aus der praktischen Interaktion ist gewährleistet. So bieten wir einen bereichernden Einblick in das Thema Prägungen.

Spezialarzt für Kinder und Jugendliche FMH, in eigener Praxis in Muttenz mit Schwerpunkt psychosomatische Medizin. Kinderarzt im Bethesda Spital Basel.
Ausbildung zum Fachberater für Emotionelle Erste Hilfe EEH, mit Schreibaby-Ambulanz seit 2013. 2015-17 Basistraining in integrativer Baby-Therapie bei Matthew Appleton, GB und Baby Clinics bei Karlton Terry.

Mitglied der internationalen Studiengemeinschaft für Prä- und Perinatale Psychologie und Medizin ISPPM, Mitglied der GAIMH Gesellschaft für seelische Gesundheit in der frühen Kindheit e.V. 

www.Eltern-Kind-Bindung.net. 

Dr. med. Cyril Lüdin

Inspiriert durch Erfahrungen einer schwedischen Klinik in Malmö packten wir als Team mit der Anästhesie und den Pflegefachfrauen von Geburt und Wochenbett 2008 ein Projekt an zur Verbesserung des Bindungsverhaltens und Verminderung von Atemproblemen nach Sectio-Geburten. So entstand mit Beginn am 1. Februar 2009 das Projekt des lückenlosen Haut-auf Haut-Bondings, dies schon im OP bei einer Sectio.


Aus einer Arbeit von Anderson et al 2004 aus der Cochrane Library mit über 800 Probanden war mir bekannt, dass der Early-Skin-to-Skin-Contact die Stillrate erhöht und die -Dauer verlängert, den Mütterlichkeits-Score verbessert und das mütterlich Bindungsverhalten verstärkt. Es fanden sich keine unerwünschten Nebenwirkungen.


Mein Ziel ist es, die Hintergründe auf zu zeigen, was wir damals umzusetzen versuchten und in unsere Arbeit integrierten, und den Raum zu öffnen für die heutige Tagung.

Praxispädiater, Verantwortlicher Pädiater Bethesda Spital Basel, 
Fachberater für Emotionelle Erste Hilfe EEH.

10:00 Uhr

10 Jahre Bonding und Adaptation im kontinuierlichen Hautkontakt. 

Zeit:

Thema:

Christian Schubert, Univ.-Prof. Dr. med. Dr. rer. nat., Arzt, Psychologe, ärztlicher Psychotherapeut (psychodynamische Psychotherapie). Leiter des Labors für Psychoneuroimmunologie der Universitätsklinik für Medizinische Psychologie Innsbruck. Leiter der Arbeitsgruppe „Psychoneuroimmunologie“ des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin (DKPM). Vorstandsmitglied der Thure von Uexküll-Akademie für Integrierte Medizin (AIM). Forschungsschwerpunkt: Entwicklung eines Forschungsansatzes zur Untersuchung von Komplexität in der Psychoneuroimmunologie.

Prof. Dr. Dr. Christian Schubert

Lebensphänomene biopsychosozial zu sehen hat fundamentale Bedeutung für eine erweiterte Medizin. Deutlich wird dies beim Thema Berührung: Berührung ist ein körperliches und gleichzeitig ein seelisches und soziales Phänomen. Die Psychoneuroimmunologie (PNI) lässt sich als Versuch der empirischen Realisierung des biopsychosozialen Modells sehen und wird in diesem Vortrag in Zusammenhang mit körperlich-seelischen Berührungserfahrungen gebracht. Dabei zeigt die PNI klar, dass besonders frühe (darin eingeschlossen vorgeburtliche) Berührungs- und Bindungserfahrungen die langfristige Entwicklung des Stress- und Immunsystems beeinflussen und so zu einem maßgeblichen Moderator von Gesundheit und Krankheit werden. Zu den Risiken fehlgeleiteter früher Berührungs- und Bindungserfahrungen, die u.a. eine dauerhaft angestiegene Entzündungsaktivität begünstigen, zählen diverse Entzündungserkrankungen (z.B. Autoimmunkrankheiten) und damit verbunden auch chronische Schmerzen („sickness behavior“). Zusammenfassend wird deutlich, dass Berührungsphänomene von der rein körperlichen Dimension losgelöst und immer auf mehreren Ebenen biopsychosozial betrachtet werden müssen. Das gilt für den klinischen Bereich der Medizin wie auch für die Forschung.

Univ.-Klinik für Medizinische Psychologie,
Medizinische Universität Innsbruck, Österreich

10:45 Uhr

Körperlich-seelische Berührungen in der Schwangerschaft und die Folgen für die psychoneuroimmunologische Entwicklung

Zeit:

Thema: 

Dr. Florian Überall (30.04.1954) ist Biochemiker und Molekular- und Mikrobiologe. Er verfügt über langjährige Erfahrung in molekularer Krebsforschung, Ethnomedizin, Naturstoffforschung, und Ernährungslehre. Nach Lehrausbildungen (Drogist, Einzelhandelskaufmann, Apothekenhelfer, Chemielaborant und Grafiker) maturierte Dr. Überall am Abendgymnasium für Erwachsenenfortbildung in Innsbruck. Anschließend studierte er Biologie und Biochemie. In der Abteilung für Medizinische Biochemie am Centrum für Chemie und Biomedizin der Medizinischen Universität Innsbruck leitet er die Arbeitsgruppe Nutritional Biochemistry, Nutrigenomics und Eco-Biochemistry. In  den letzten drei Jahrzehnten unternahm er zahlreiche Forschungsreisen nach Asien und Afrika und führte zahlreiche Studien zu traditionellen asiatischen Medizinformen durch. Privat war er langjähriger Mitarbeiter der österreichischen Tibethilfsgruppe »Syamatara« und gemeinsam mit seiner Frau Dr. Andrea Überall leitet er seit 1998 das Informationszentrum für Tibetische Medizin in Telfs. 12 Jahre war er ständiges Mitglied des Beirates für Traditionelle Asiatische Medizin des Gesundheitsministeriums in Wien, Österreich. Seit Jänner 2016 leitet Prof. Überall eine Praxis für essmedizinische Ernährung in Innsbruck (www.essmedizin.com, www.essmedizin.forumviasanitas.org).

Kontaktaufnahme: info@florianueberall.at (Privat), sonja@natest.co.at (Praxis), Buchtipp: EssMedizin für ein gesundes Kind, ISBN 978-3-485-02956-8

Ao. Univ. Prof. Mag. Dr. Florian Überall

Prof. Überall skizziert in seinem Referat den Einfluss der Ernährung der werdenden Mutter auf die Gehirnentwicklung des Fötus. Er erläutert das komplexe Informationssystem der Nahrung auf die Geschmacksprägung und thematisiert die umstrittene fötale Darmbesiedelung als Schrittmacher späterer neuropsychologischer Verhaltensmuster. Neue Forschungsaspekte zur Störung des Darmmilieus der Mutter durch Medikamente kommen hier ebenso zur Sprache, wie eine indirekte Veränderung des fötalen Genoms durch biochemische Stressfaktoren in der Schwangerschaft.   

Centrum für Chemie und Biowissenschaften (CCB), Abteilung für Medizinische Biochemie, Medizinische Universität Innsbruck, AT

11:30 Uhr

Zur Rolle der Ernährung auf die fötale Gehirnentwicklung und wichtige Ernährungsfragen für eine neuropsychoimmunologische Gesundheit des Menschen

Zeit:

Thema:

Mutter von vier Kindern, Obfrau von ZOI (https://www.zoi-tirol.at), Leiterin eines Teams für ambulante Familienbegleitung, Autorin: Bindung und Autonomie in der frühen Kindheit. Psychosozialverlag, Giessen 2017, Stillen.  Eine Kulturgeschichte der frühen Eltern-Kind-Beziehung, Psychosozialverlag, Giessen 2019.

Dipl. Päd. Ursula Henzinger

Humanethologische Perspektive:
Die Referentin gibt im 1. Teil eine kleine Einführung zur Humanethologie und stellt "Soziale Entwicklungsschritte" als konzeptionelles Werkzeug vor. Es geht auch um folgende Themen:
Gibt es ein "Bonding" bei Säugetieren? Was können wir daraus lernen? Wie sieht das "evolutionäre Modell" der menschlichen Eltern-Kind-Beziehung aus?

 

Ideal und Wirklichkeit:
Im 2. Teil geht es um das Zusammenspiel von Selbstregulation und Co-Regulation. Was ist Synchronisation? Welche Rolle spielt die Berührung dabei? Wie hat sich die Haltung zur Berührung im Lauf der Kulturgeschichte verändert?

 

Von der Entfremdung zur Synchronisation:
Im 3. Teil geht es um die Frage, welche Schritte zur Synchronisation führen. Spuren der Entfremdung von Berührung werden nur mit Vertrauen auf die tief verankerten Fähigkeiten des Babys zum Bindungsaufbau überwunden.

Humanethologin,  EEH-Fachberaterin, B.A.S.E.-Trainerin,
Langkampfen, Österreich

10:00 Uhr

Berührung – Fundament für Synchronisation und Selbstregulation

Zeit:

Thema:

Ausbildung im Jahr 2008 zur Fachfrau Gesundheit im Bethesda Spital, Basel. 2016-2019 Weiterbildung zur Pflegefachfrau HF mit Schwerpunkt KJFF im Bethesda Spital, Basel 

Danica Fässler 

Die Zeit nach der Geburt ist für die Eltern einzigartig. Nie sind die Gefühle so intensiv und das System so verletzlich wie in dieser Phase. Es ist ein Balanceakt für uns Beteiligte, dass sich diese einmalige Anfangszeit positiv in ihrer Erinnerung einprägt. Hier werden Weichen gestellt, die das Bindungserleben der jungen Familie die nächsten Wochen, Monate und eventuell sogar Jahre beeinflussen.
Welche Möglichkeiten haben wir als Pflegepersonal mit der Massnahme des verlängerten Haut-Kontaktes? Wie entwickelt sich der Zauber der Wirkung und wo sind die Grenzen für das Gelingen?

Pflegefachfrau HF mit Schwerpunkt KJFF auf der Wochenbettstation im Bethesda Spital

14:15 Uhr

Praktische Erfahrungen: "Nackt-Bonden" auf der Wochenbett-Station.

Zeit:

Thema:

1984-87 Ausbildung zur Pflegefachfrau HF mit Schwerpunkt KJFF am Kinderspital Basel. Ab 1988 Säuglingsintensiv-Station
1991-94 Leitende Funktion Neonatologie/Säuglingsintensivstation Bruderholz,     Kinder- und Familienzeit, Pflegefachfrau im Geburtshaus Weinland, Ausbildung zur EEH-Fachberaterin, seit 2012 in eigener Praxis.


Diverse Weiterbildungen im Bereich der Baby-Therapie, seit 2016 Wochenbett-Station im Spital Uster, Kontaktaufnahme: www.eltern-kind-bindung.ch 

Helen Zimmermann

Die Zeit nach der Geburt ist für die Eltern einzigartig. Nie sind die Gefühle so intensiv und das System so verletzlich wie in dieser Phase. Es ist ein Balanceakt für uns Beteiligte, dass sich diese einmalige Anfangszeit positiv in ihrer Erinnerung einprägt. Hier werden Weichen gestellt, die das Bindungserleben der jungen Familie die nächsten Wochen, Monate und eventuell sogar Jahre beeinflussen.
Welche Möglichkeiten haben wir als Pflegepersonal mit der Massnahme des verlängerten Haut-Kontaktes? Wie entwickelt sich der Zauber der Wirkung und wo sind die Grenzen für das Gelingen? 

Pflegefachfrau HF mit Schwerpunkt KJFF auf der Wochenbettstation im Spital Uster

14:15 Uhr

Praktische Erfahrungen: "Nackt-Bonden" auf der Wochenbett-Station.

Zeit:

Thema:

Prof. Dr. Rüdiger Kißgen ist Erziehungswissenschaftler und approbierter Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut mit tiefenpsychologischer Ausrichtung.

Er war von 1986 – 1991 im Kinderneurologischen Zentrum Bonn, von 1991 – 1995 in der Abtlg. für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Rheinischen Landesklinik Bonn und von 1995 – 2011 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und apl. Professor an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln (Promotion 2000; Habilitation 2005) tätig.

Prof. Kißgen ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Beiräte und hat seit 2011 den Lehrstuhl für Entwicklungswissenschaft und Förderpädagogik an der Universität Siegen inne.

Sein Forschungsschwerpunkt ist die klinische Bindungsforschung von den ersten Lebensjahren bis zum Schulalter.

Univ.-Prof. Dr. Rüdiger Kissgen

Das Wissen um die Besonderheiten frühkindlicher Entwicklung hat in den letzten Jahrzehnten durch die moderne Säuglings- und Kleinkindforschung in erheblichem Ausmaß zugenommen.

Auch die Bindungstheorie und die interdisziplinär ausgerichtete Bindungsforschung hat zu diesem Wissensbestand zahlreiche Beiträge geleistet.

 

Der Vortrag zielt zum einen darauf ab, die bindungstheoretisch fundierten Grundlagen für die kognitive und emotionale Entwicklung ab dem Neugeborenenalter zu erläutern. Zum anderen werden die Auswirkungen optimaler und beeinträchtigter frühkindlicher Lernprozesse aus der Perspektive der Bindungsforschung auf spätere Lebensalter betrachtet.

Universität Siegen, Deutschland

15:30 Uhr

Auswirkungen frühkindlicher Bindung auf die kognitive und emotionale Entwicklung

Zeit:

Thema:

Bernd Gerresheim ist Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe mit der Zusatzbezeichnung «Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin». Neben der klinischen Geburtshilfe verfügt er über eine besondere Expertise in der praenatalen Diagnostik (DEGUM II).


Er war 12 Jahre Chefarzt eines Perinatalzentrums der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) in Siegen (DE). Seit seiner Ausbildung zum Stillberater (IBCLC) 2014 beschäftigt er sich intensiv mit der Eltern-Kind-Bindung und versucht neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet in den klinischen Alltag einer Geburtsklinik zu integrieren.


Seit 2016 ist er Chefarzt der Geburtsklinik des Bethesda Spital Basel.

Dr. med. Bernd Gerresheim

Die intrauterine Lebenszeit und die Neugeborenenperiode sind extrem prägende Lebensphasen. Die Erkenntnisse bezüglich des Einflusses von Plazentafunktion, maternaler Ernährung aber auch psychischer Faktoren auf die lebenslange Gesundheit und die Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen.


Für den geburtshilflich tätigen Arzt stellt sich nun die Frage wie es gelingen kann diese Erkenntnisse in eine adäquate Schwangerschaftsbetreuung und in die Betreuung während und nach der Geburt einfliessen zu lassen. Der Vortrag gibt eine Standortbestimmung und eröffnet Perspektiven für einen zeitgemässen Umgang mit Schwangerschaft und Geburt.

Chefarzt Geburtshilfe Bethesda Spital

16:15 Uhr

Prägung-Bonding-Programmierung: Was bedeutet das für die Betreuung in der Geburtshilfe?

Zeit:

Thema:

 
 
 
 
 
 
 
 

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